|
|
|
|
 |
Satirische Texte von Hans Suter |
| Wohnzonen |
|
Wieso soll ein vermögender Unternehmer, der sich rechtzeitig seiner lästigen Belegschaft entledigt hat, nicht auf einen See blicken dürfen. Oder ein sparsamer Boni-Empfänger nicht das Quaken der Frösche in der Früh hören dürfen. Wer spricht denn da von Sonderzonen für Reiche? Das ist doch Sache der Kantone, wie die das machen. Der Protest gegen deren Innovation ist wie immer nur Neid der Besitzlosen. Das gemeine Volk wohne ja auch auf privilegierten genossenschaftlichen Grundstücken, meint die verköppelte Rechte. Übrigens, die Wiese am Sarnersee ist ja sonst zu nichts nutze. Besser ein Vermögender baut sich dort seine Minergie- Villa, als dass die Bauern ihre Gülle ausbringen, noch eine Wiese mit Kuhfladen verpflastert wird oder das gemeine Fussvolk Feuerchen macht, grillt, badet und dort dann die Budget- und Prix- Garantie-Verpackungen liegen lässt. Die Villenbesitzer jedenfalls baden im selbstgefüllten Pool und nicht im öffentlichen Gewässer und veranstalten keine stinkenden Grillpartys, scheuchen somit auch keine Wasservögel im Schilf auf. Übrigens ein kleiner Weg dem See entlang würde vielleicht öffentlich sein, damit Genossenschaftswohnungsbenützer die Wohnsitze der Sonderzonenbewohner bewundern könnten.
|
| Sie wollen nur spielen |
|
Ob der Urknall Anfang alles Seins gewesen war oder ob ein mehr oder weniger lieber Gott in sechs Tagen diese unsere und noch andere Welten geschaffen hat, wissen wir nicht. Wir können auch an den Urknall und die unendliche Ausdehnung des Weltalls glauben und dass sich Einzeller in Millionen von Jahren zu Dinosauriern, Fischen, Vögeln, Wölfen, Schafen, Affen und Menschen entwickelt haben. Eines hingegen ist keine Glaubenssache, sondern nackte Tatsache, Nacktkatzen und Kampfhunde sind keine Entwicklungsstufe der Evolution, auch keine «Spezie Rara», die geschützt werden müsse, wie von einigen irregeleiteten Kynologen, Zuhältern oder sonst wie den täglichen Unterhalt dubios Verdienenden immer wieder suggeriert wird. Diese Viecher hat der Mensch selber erfunden, gezüchtet und zu seiner Gaudi abgerichtet und der hundelose Mitmensch hat sich an deren Gebell und Gesabber zu ergötzen. Wenn die Hunde ihrem noch bruchstückhaft vorhandenen Jagdtrieb folgen möchten, um eine Ente oder ein Reh zu reissen, werden sie an den Leinen zurückgerissen. Wo hingegen nur Menschen in der Nähe sind, soll das Tier seinen Freilauf haben; darf der Halter doch darauf zählen, dass sogar Kinder im Umgang mit Hunden psychologisch geschult worden sind.
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
|
| 1 |  | 3 | 4 | 5 | |
 |
 |
 |
|