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Zürich 2

Hafenkran

1998 achthundertfünfzehn Kühe, 2001 tausend Bänke, 2005 sechshundertfünfzig Teddybären, 2009 vierhundert Blumentöpfe und jetzt ein Hafenkran mit Schiffshorn. Sollte damit die Abwesenheit von Weiden, Prärien, Sitzgelegenheiten und fehlende Häfen in der Stadt aufgezeigt werden?  Soll ein Kran funktionsfähig sein oder genügt es sich nur vorzustellen, dass daran vielleicht eine Kuh ein Teddybär oder ein Limmatschiffs - Container baumelt? Soll uns das zum Denken anregen? Uns den Horizont nachhaltig erweitern? Sollen wir Innehalten beim Anblick des Krans? Das sind alles Fragen die sich aufdrängen, Fragen die wir uns stellen und in dem wir sie uns stellen, soll damit das Ziel schon erreicht sein? Oder soll es nur unser Dasein erfreuen oder ist es Design? Soll es vielleicht gar Kunst sein? Das ist zweifellos eine offene Frage. Aber besteht Kunst nicht eigentlich im Weglassen?

Ein Freitagabend am See

Noch nie war es so früh im Jahr so heiss. Hugo möchte ins kühle Nass und ein paar Längen schwimmen. Er breitet sein Badetuch auf dem Rasen aus, entledigt sich des Hemdes und der Hosen und legt beides auf das Badetuch; die Badehose hat er zu Hause schon angezogen. Zwischen den ausgebrannten Rasenlöchern der Einweggrills geht er zum Wasser. Dort sind fröhlich planschende Kinder und zwei Hundhalterinnen, die ihrem fröhlich bellenden Hund einen Stecken ins Wasser werfen, den das Tier dann apportiert. Hunde wären hier zwar nicht erlaubt oder müssten zumindest an der Leine gehalten werden, jedoch Hund und Halter lieben ihre Freiheit. Hugo schwimmt, die Hunde bellen, die Halterinnen telefonieren. Nach erfrischendem Bad kommt Hugo aus dem Wasser und wundert sich, woher plötzlich die laute Musik kommt. Und siehe da, ein paar junge Menschen haben eine temporäre Disco aufgebaut, mit Mischpult, Verstärker und potenten Lautsprechern. Zwei, drei Menschen wiegen sich im Takt der Musik, dazu tollen sich ein Schäferhund, ein Dobermann und ein nicht näher identifizierbares Exemplar des besten Freundes der Menschen zwischen Sonnenbadenden und spielenden Kindern. Hugo geht zu seinem Badetuch, legt sich hin und wundert sich über die Selbstlosigkeit der Discobetreiber: Alle dürfen sich gratis Musik anhören und sich über die lustig bellenden Hunde erfreuen. Jemand scheint sich doch gestört gefühlt zu haben und auf dessen Bitte, die Musik doch etwas leiser einzustellen, erhält er die Antwort, das sei nicht möglich, weil man sonst den Generator hören würde, der hinter ihnen versteckt im Gebüsch den nötigen Strom erzeuge. Nun taucht auch noch die Polizei auf. Sie erklärt den Discobetreibern, ein Anwohner hätte sich über die laute Musik beschwert und zudem sei die eh verboten hier, genauso wie freilaufende Hunde, einzig im See dürften sie frei schwimmen, sobald sie jedoch den Stecken apportiert hätten, müssten die Tiere sofort wieder an die Leine. Generatoren hingegen dürften weiterlaufen, die seien grundsätzlich nicht verboten, ausser man würde sie in den See werfen.

 

 Stau weg

Über wen regen sich denn die Autofahrer und der TCS mit ihrer Initiative «Stau weg» eigentlich auf? Jeder einzelne von Ihnen ist doch ein Teil dieses Stau-Problems, nicht die Rot-grüne Regierung oder die Fahrradfahrer. Und Baustellen sind ja Baustellen bei denen die Strassen meist für die Autofahrer instand gehalten werden. Stellen Sie sich einmal vor, wie unbehindert alle Handwerker (KMUs), Lieferanten, Geldtransporter, Feuerwehr und die Ambulanz vorwärts kämen, wenn nicht Spätpupertierende mit überdimensionierten Boliden: Männer mit Krawatte und solche ohne, die Getunten und Ungetunten, die mit Spoiler, die ohne und Zürichberg-Gattinnen mit ihren geländegängigen Monstern telefonierend mit der Ernährungsberaterin oder dem Fitnessstudio, auf der Fahrt zum Reformhaus und sonstige Parkplatzsucher/innen auf Zürichs Strassen unterwegs wären
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